Gemeinsam statt gegeneinander agieren – „Blackout"-Autor Marc Elsberg im Interview.

Marc Elsberg, 1967 in Wien geboren, war Strategieberater und Kreativdirektor für Werbung sowie Kolumnist der österreichischen Tageszeitung „Der Standard”. Heute lebt und arbeitet er in Wien. Mit seinen internationalen Bestsellern BLACKOUT und ZERO, die vor den Gefahren der digitalisierten Welt und der gläsernen Gesellschaft warnen, etablierte er sich als Meister des Science-Thrillers. Beide Thriller wurden von „Bild der wissenschaft” als Wissensbuch des Jahres in der Rubrik Unterhaltung ausgezeichnet und machten Marc Elsberg zu einem gefragten Gesprächspartner von Politik und Wirtschaft.

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Marc Elsberg war Keynote Speaker auf dem Bechtle IT-Forum NRW am 7. März 2018 . Unter dem Vortragstitel „Blackout – Warum ein Kuhstall so sicher sein muss wie eine Bank.” sprach er über die verborgenen Zusammenhänge unserer vernetzten, digitalisierten Welt und die daraus entstehenden Herausforderungen. Vorab durften wir Marc Elsberg einige Fragen zum Thema stellen.



 

Ihr Buch „Blackout“ ist im Jahr 2012 erschienen. Müssten Sie es heute umschreiben?

Nur in einzelnen Details. So haben sich einige Rahmenbedingungen geändert. Diese haben aber, meiner Meinung nach, keinen wesentlichen Einfluss auf das in Blackout skizzierte Szenario. Der Einfluss, den diese Geschehnisse hätten, würde die Geschichte allerdings auch nicht zum Besseren wenden, sondern sie eher noch dramatischer gestalten.


Das Gefühl für physische Sicherheit hat sich in Jahrmillionen der Evolution entwickelt – vernetzte IT-Systeme gibt es seit rund 20 Jahren. Wie können wir uns an diese Entwicklung anpassen?

Unsere Gesellschaft zeichnet sich heutzutage insbesondere durch den extrem hohen Grad an Vernetzung aus. Mit dieser Vernetzung einher geht eine starke Abhängigkeit untereinander. Daher finde ich es besonders relevant, das Augenmerk auf eine funktionierende Zusammenarbeit zu lenken: Man sollte nicht gegeneinander agieren, sondern gemeinsam. Den Willen, das Arbeiten in großen Gruppen optimal zu koordinieren, halte ich für sehr wichtig.



Werden wir statt der „digitalen Wirtschaft“ einen „digitalen Wilden Westen“ erleben?

Diesen erleben wir ja schon seit Jahren. In den letzten 10 bis 15 Jahren stiegen verschiedene US-amerikanische Firmen mit dem Sammeln von Daten zu den wertvollsten Unternehmen der Welt auf – und das obwohl zahlreiche Missbrauchsfälle von Kundendaten dieser Firmen öffentlich wurden. Der aktuelle Angriff auf das Datennetzwerk des Bundes aber gehört für mich in die Kategorie normale Kriminalität oder klassische Spionage, heißt: Kriminalität oder Spionage, die bekämpft und deren Auswirkungen eingeschränkt oder sogar vollständig verhindert werden können und die nicht Merkmal eines regellosen Raums sind.

 

„Der aktuelle Angriff auf das Datennetzwerk des Bundes gehört für mich in die Kategorie normale Kriminalität oder klassische Spionage."
Marc Elsberg, Autor

 

Bekommen wir Organisation, Technologie und menschliches Verhalten in absehbarer Zeit sicher koordiniert?

Ich denke, dass wir diese drei Elemente bereits jetzt koordiniert bekommen. Natürlich ist das ein laufender Prozess, bei dem es immer wieder zu Schwierigkeiten kommt – aber trotz aller Schwankungen funktioniert es.


Lassen sich Netze mithilfe künstlicher Intelligenz  schützen?

Wie bei jeder Form von Technologie würde ich sagen, dass es in einigen Bereichen sehr gut, in anderen wiederum nicht funktioniert. Dem Schutz durch künstliche Intelligenz folgt natürlich, dass auch Angreifer diese nutzen, um die vorhandenen Systeme auszuhebeln. Daraufhin werden wieder neue Mechanismen zum Schutz entwickelt. Auch hier finden wir also wieder einen laufenden Prozess, der immer wieder überdacht und weiterentwickelt werden muss.

 

Was macht Ihnen Mut?

Der alltägliche Umgang mit Menschen. Sowohl im Privaten als auch bei meinen Vorträgen, Lesungen und so weiter erlebe ich eine hohe Motivation für Kooperation. Viele Menschen wollen mit Personen in ihrem Umfeld gut auskommen. Das ist für mich die beste Antriebsfeder für Optimismus.

 

„Viele Menschen wollen mit Personen in ihrem Umfeld gut auskommen. Das ist für mich die beste Antriebsfeder für Optimismus."
Marc Elsberg, Autor

Ansprechpartner.

Bernhard Margos
Geschäftsführer Bechtle IT-Systemhaus Solingen
bernhard.margos@bechtle.com

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