Cebit 2018: In Zukunft ist alles anders.

Ja, sie lebt noch! Die Cebit hat sich neu erfunden und den Sprung in die Zukunft gewagt. Dabei lässt sie ein paar Aussteller und Besucher verdutzt zurück. Und trifft jede Menge neue Gesichter, die schon vorher dort waren, wo die Cebit jetzt hin will.

Schwindende Besucherzahlen, immer weniger Aussteller – wer in den letzten Jahren die Cebit besuchte, wurde Zeuge einer sterbenden Messelegende. Dann rissen die Veranstalter das Ruder herum. Verlegten nicht nur den Termin von März auf Juni und schufen so Platz für Ideen und Highlights außerhalb der Messehallen. Nein, die größte Technologiemesse der Welt hat sich neu erfunden und will mehr Festival sein als alles andere.

Viele Besucher und Aussteller gingen diesen Schritt nicht mit: Wer in diesem Jahr das Expo-Gelände in Hannover anfuhr, stand nicht im Stau, fand problemlos einen Parkplatz und kein Gedränge auf der Messe. Während in manchen Gängen vereinzelt Lücken klafften, waren andere Hallen zur Hälfte leer. In Halle 25, in der Unternehmen wie Volkswagen und die Deutsche Bahn, aber auch Hochschulen die Innovation der Mobilität zeigten, trennte ein rot-weiß gestreiftes Absperrband futuristische Fahrzeuge von abgedunkeltem Leerstand. Ein beklemmendes Gefühl, wenn man die „guten alten Zeiten“ kennt, in denen sich die Besucherströme noch in prall gefüllten Hallen an den Ständen entlangdrängten. Dabei hat die neue CeBIT jede Menge Spannendes zu bieten. Während man im „Zug der Zukunft“ sitzt und auf den nächsten spannenden Vortrag zu Künstlicher Intelligenz wartet, wird einem klar: Wow, genau sowas hat in den letzten Jahren gefehlt.

Wo die Cebit Spaß macht.

Das war’s mit der Cebit, könnte man meinen. Wäre da nicht der d!campus vor den Türen der Messehallen. Laut Veranstalter das „emotionale Herzstück“ des Events. Food Trucks säumen die Wege auf dem Gelände, es werden Getränke serviert an aufgeschütteten Stränden, Musik läuft – tagsüber auf den riesigen Leinwänden, abends stehen Mando Diao oder Jan Delay live auf der Bühne. SAP lädt ein auf einen Blick über das grüne Hannover, in einem Riesenrad der Superlative. Wer Lust hat, testet sein Können an den neuesten Spielekonsolen, taucht ab ins Bällebad von IBM, lässt sich für eine Cloud-Konferenz mehrere Meter in die Höhe ziehen oder surft auf einer erfrischenden Standwelle mitten auf dem Expo-Gelände. Das alles in gechillter Atmosphäre und bei strahlendem Sonnenschein.

Jetzt nochmal die Frage: Wer hat Lust auf Cebit? Und: Hat das noch mit Messe zu tun? Vielleicht nicht so, wie wir sie kennen. Vielen Ausstellern wird klar geworden sein, dass sie mit ein paar Kugelschreibern und Bonbons niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Es reicht nicht aus, an seinem Stand zu stehen und zu warten. Sie müssen da hin, wo die Menschen sind – physisch und in den Köpfen.

Wo die Cebit hin will.

Die neue Cebit setzt auf Spaß an Innovation und auf Dialog. Am ersten Messetag öffnete sie nur für jene die Tore, die an den d!talk Konferenzen, Summits und Foren teilnahmen. Das waren noch nicht viele, aber die Veranstalter sind zufrieden. Das neue Konzept muss sich erst etablieren, im nächsten Jahr wissen wir mehr. Schon jetzt ist aber klar, dass jeder Aussteller sich gut überlegen muss, wie er in Zukunft hineinpasst in die neue Cebit-Welt.

Bechtle, traditionell nur mit Herstellerpartnern auf Messen vertreten, war dieses Jahr am Stand von MobileIron vor Ort. Dank des spannenden, topaktuellen Themas – Secure Mobility im Unternehmen – war hier vom Besucherrückgang wenig zu spüren. Die DSGVO und die Nachfrage nach sicherem Instant Messaging trieben die Besucher an den Stand. Robert Taciak, der in den vergangenen Jahren die Cebit-Kooperation zwischen Bechtle und HPE verantwortete, ist noch unsicher: „Wir haben uns dieses Jahr zunächst auf die Hannover Messe beschränkt und die neue Cebit ohne eigene Präsenz besucht“, so der Senior VIPM Hewlett Packard Enterprise bei Bechtle. „Der starke Besucherrückgang verunsichert natürlich zunächst. Allerdings haben wir selten so viele neue Gesichter gesehen und so viele tolle Gespräche mit bestehenden und neuen Kunden geführt. Es gab unglaublich viel Raum für Kommunikation und das liegt ganz sicher am neuen Messe-Konzept, an das sich viele Aussteller mit ihren Ständen im nächsten Jahr anpassen müssen.“

Wem das gelingt und wohin die Reise führt, erfahren wir vom 24. bis 28. Juni 2019. Nur eines ist schon jetzt klar: Die Cebit ist nicht tot, im Gegenteil: Sie atmet frische Luft!

Fotos: Deutsche Messe

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